Sind Kabardiner schwierig? Nein!

Diese Frage wird immer mal wieder von Interessenten für Kabardiner Pferde gestellt, gerne dann, wenn sie vorher Kontakt zu Personen hatten, die ihnen diesen Floh ins Ohr gesetzt haben.

Und ich antworte den Interessenten dann immer mit einem klaren „Nein!“. Dies tue ich aus der Erfahrung heraus hunderte Kabardiner Pferde zu kennen, viele davon im Besitz von Freunden in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Polens, Russlands und weiteren Ländern. Und ich tue dies auch in der Kenntnis der Besitzer dieser Pferde, von denen der Großteil keinesfalls Profireiter, sondern im Allgemeinen Freizeitreiter sind, darunter zahlreiche, die wirklich noch Anfänger sind und trotzdem mit ihrem Pferd viel viel Freude haben.

Viele Kabardiner sind heute im Besitz von Personen, die vor ihrem Zusammentreffen mit ihrem Kabardiner gerade ein paar Mal auf einem Pferd gesessen sind. Andere Kabardiner verrichten ihre einwandfreien Dienste als Schulpferd oder in Wanderreitbetrieben – und gelten dort als die zuverlässigsten und beliebtesten Pferde. Gerade zahlreiche Kinder beweisen täglich, dass Kabardiner auch mit leichtester Hand folgen, achtsam sind und auch im Gelände ihren jungen Reitern Freude bereiten.

Eine Aussage eines Händlers geht mir da durch den Kopf: „Kabardiner kann man immer gut verkaufen, da hat keiner Probleme und selbst Anfänger kommen nach Jahren noch und bedanken sich, dass sie so ein tolles Pferd kaufen durften.“.

Für die Aussage „Kabardiner sind NICHT schwierig“ sprechen natürlich dann auch die Eigenschaften der Kabardiner Pferde. Sie sind fleißig, aber nicht ständig am Durchgehen. Sie sind temperamentvoll, aber zeigen das nur wenn es gewünscht ist. Sie sind lernwillig und freuen sich wenn man sie nicht nur auf der Koppel stehen lässt. Dabei haben sie eine angenehme Größe, ein gutes Herz, sind besonders geländetauglich, bequem und absolut fair im Umgang.

Natürlich kann es auch einzelne Ausnahmen geben, aber ich stehe hier mit meiner Meinung für 99% der Pferde und dies eben auch bei einer wirklich großen Zahl von Pferden, weit mehr als wohl sonst jemand kennt.

 

Ganz sicher?

Dennoch hinterfrage ich meine Position gerade wenn ich auf andere Aussagen treffe. Woher kommt denn diese andere Meinung?

Ein Grund ist, dass es natürlich Kabardiner gibt, die durch fehlerhaften Umgang irgendwelche schwierigen Züge in irgendeiner Form entwickelt haben. Das hat aber im Allgemeinen mit der Vorgeschichte des Pferdes und fast immer des Menschen mit dem Umgang mit dem Pferd zu tun. Das Problem zeigt sich hier zwar beim Pferd, liegt aber dann doch in den Menschen – wie fast immer wenn es sich um problematische Pferde oder „Problempferde“ handelt.

Der zweite Grund ist das „Besondere“, das manche Besitzer in sich und ihren Pferden sehen wollen. Besitzer die Kabardiner haben – wie auch Besitzer von anderen „Besonderheiten“ – umgeben sich und ihre Besitztümer gerne mit einem Hauch des Außergewöhnlichen, des Schwierigen, des Speziellen, mit dem dann nur bestimmte Personen zurechtkommen. Man wird dadurch selbst außergewöhnlich und besonders – egal wie gerechtfertigt dies sein mag.

Keiner der Gründe hat aber mit der Rasse zu tun und sollte auch nicht auf die Pferderasse Kabardiner zurückfallen. Deshalb eindeutig:

Ja, GANZ SICHER: Kabardiner sind NICHT schwierig!

Als Ergänzung hierzu empfehle ich den Bericht „Sind Kabardiner Anfängerpferde“, in dem detailliert darauf eingegangen wird, dass Kabardiner auch Anfängerpferde sind – abhängig vom Anfänger.

Bericht Anfängerpferde

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