1-Mann-Pferd, Aggressionen, Probleme ?

Einführung

Kabardiner sind sehr menschenbezogen, sie suchen sich Bezugspersonen und bauen ein inniges Verhältnis zu diesen auf. Das Vertrauen dass sie hierbei ihren Personen entgegenbringen ist - sobald gefasst - sehr innig und macht diesen den Umgang mit den Pferden sehr leicht. Dabei können dies durchaus mehrere Personen sein, solange alle mit dem Pferd regelmäßig umgehen oder dies einmal getan haben.

Allerdings variiert dies von Pferd zu Pferd. Aus Erfahrung gibt es verschiedene Typen, vom leicht bis zum schwer zugänglichen Pferd, wobei die leicht bis normal zugänglichen Pferde deutlich überwiegen, schwer zugängliche eine Ausnahme bilden und oft über eine schlimme Vergangenheit verfügen. 

Bei leicht zugänglichen Pferden ist der Unterschied zu anderen Pferden kaum vorhanden und bereits mit wenig Engagement erlangt man das Vertrauen des Pferdes. Bei schwer zugänglichen bedeutet das Vertrauen des Pferdes zu gewinnen viel und vor Allem geschickte Arbeit. Gute und ehrliche Behandlung ist notwendig um das Verhältnis aufzubauen und das Vertrauen sollte dann auch nicht missbraucht werden (wobei Ausrutscher durchaus vom Pferd verziehen werden, wenn sie nicht regelmäßig entstehen). Bei nehezu allen Pferden ist die Zeit des nicht-Vertrauens mit Vorsicht und Zurückhalten - oder dem "sich entziehen" und weichen verbunden aber NICHT mit Aggression des Pferdes gegeüber dem Menschen. 

Was ist nun Positiv an der 1-Mann-Beziehung?

Grundsätzlich alles. Der Aufbau der Beziehung erfordert zwar mehr Engagement und Hinwendung zum Pferde - was aber ja schon mal per se positiv ist. Und anschließend bekommt man sehr viel zurück, hat ein vertrauensvolles Pferd, das mit einem durch dick und dünn geht. Dieses Engagement sollte bei allen Pferden nötig sein, leider werden Menschen oft von Pferden auch ohne derartigen Einsatz akzeptiert, sei es aus stoischer Gelassenheit, Desinteresse, Temperamentlosigkeit oder weil ihr Willen gebrochen wurde. Schade, denn so vermissen Viele den Genuss, den ein Pferd mit sich bringt, das ein echter Partner geworden ist, bzw. lernen ihn nie kennen.

Nur wer einen Kabardiner der kein Vertrauen hat dann in eine Form pressen und zwingen will - z.B: mit Reißbrettmethoden der Ausbildung - sollte sich nicht wundern, wenn ein Kabardiner beginnt sich zu wehren, was problematisch und für beteiligte Personen durchaus gefährlich werden kann. Glücklicherweise hat hier ein generelles Umdenken statt gefunden, so dass derartige Probleme heute kaum noch auftreten.

Abgrenzung

Nicht bedeuten sollte 1-Mann-Pferd, dass nur der Besitzer das Pferd von der Koppel holen kann. Das soll und kann jeder tun, der regelmässig mit dem Pferd zu tun hat.  Also z.B. auch der Stallbesitzer und die Reitbeteiligung. Tritt derartiges doch auf, hat das im Allgemeinen andere Ursachen und sollte nicht dem Kabardiner angelastet und auch nicht akzeptiert werden. Jedes Pferd kann generelle Umgangsformen lernen und diese Umsetzen - auch und gerade ein Kabardiner.

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